SOBIESZEWO INSEL
Die Entstehung der Sobieszewo Insel ist eng mit der Weichsel und den Prozessen, die in dem Flussdelta stattfinden, verbunden. Bis zum Jahre 1840 befand sich die Hauptmündung des Flusses in Danzig. Jedoch in der Nacht vom 31. Januar auf den 01. Februar 1840 kam es zu einer Katastrophe. Ein riesiger Eisstau blockierte den Abfluss der Weichselgewässer, das Wasser staute sich zu beispiellosen Mengen auf, stürzte in Richtung der Ostsee und riss die Weichselnehrung in der Nähe von Neufahr mit sich. Auf diese Art und Weise entstand der Dünendurchbruch, der von dem polnischen Schriftsteller Wincenty Pol sehr treffend als Kühne Weichsel bezeichnet wurde. Ihre endgültige Form hat die Insel im Jahre 1895 erreicht, als der Mündungsarm Leniwka zum Schutz von Überschwemmungen im Bereich des Marschlands durch einen Kanal mit einer Länge von 7,1 km verlängert wurde. Diese Stelle hat den Namen Weichseldurchstich bekommen. Auf diese Art und Weise erhielt die Weichsel eine neue Hauptmündung und der westliche Teil der Halbinsel wurde zu einer Insel, die zu einem späteren Zeitpunkt Sobieszewo Insel genannt wurde.
Auf der Insel fand man Spuren der Besiedelung aus der Jungsteinzeit. In dem 14. und 15. Jahrhundert verlief durch die Insel eine Straße zwischen Danzig und Königsberg, heute Królewiec. Den Reisenden boten sich zwei Wirtshäuser an, die sich zu den Mittelpunkten von großen Siedlungen, einschließlich Bohnsack - später Sobieszewo - entwickelten. Zur Wende des 18. und 19. Jahrhunderts wurde in der Küstennähe ein großer Pavillon für die Kurgäste errichtet. Hier baute man auch eine Badeanstalt. Etwas später, im Jahre 1996, wurde an der Weichsel ein Kurhaus nach dem Entwurf von W. Held gebaut. In den Jahren 1933 - 1945 in Orle (deutsch: Weidel) an der Straße Lazurowa 4 befand sich die sogenannte „Forsterówka“ - die Residenz von Gauleiter und SS-Obergruppenführer Albert Forster, der als „Henker von Pommern“ bezeichnet wurde.
Nach dem Ende der Kriegshandlungen wurde am 10. Juni 1945 auf der Insel die selbstverwalterische Gemeinde in Śpiewow, später in Świbno (deutsch: Schiewenhorst) gegründet. Der Sitz der Regierung war jedoch der Ort Bąsak, der später Sobieszewo genannt wurde. Am 01. Dezember 1973 erfolgte die Erweiterung der Grenzen der Stadt Danzig. Die gesamte Sobieszewo Insel wurde Danzig zugeordnet.



